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Sehenswürdigkeiten
Cochem
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Die
Reichsburg Cochem
Als Verbindung zwischen längst vergangener und heutiger
Zeit setzt die Reichsburg Cochem Akzente über Stadt und
Landschaft. Rund um den markanten Bergfried ragen nadelspitze
Wehrtürmchen in unterschiedlichsten Größen gen
Himmel, die dem Betrachter durch ihre Form eine direkte Linie
zur Allmacht Gottes suggerieren wollen. Auf einer der mächtigen
Burgmauern sitzend, den schweifenden Blick über das romantische
Moseltal führend, gerät man leicht ins Schwärmen. |
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Rechts
schaut der Besucher auf den Stadtteil Sehl, der vom hohen
Glockenturm der Klosterabtei Ebernach überragt wird.
Gleich gegenüber der mächtige Felsen der Brauselay,
der "Loreley der Mosel". Man möchte sich demnach
fragen, ob die schöne blonde Jungfrau einst am Rhein
oder hier thronte ...
Westlich
schließt sich der Stadtteil Cond mit historischem Fachwerk
und einer großen farbenprächtigen Freizeitanlage,
dem Erlebnisbad an. Die Moselbrücke hält eine stetige
Verbindung zum alten Kern, der Stadt Cochem selbst. Der Besucher
erblickt hier den Turm der Martinskirche. Es hat den Anschein,
als sei er höher als der hinter der Stadt hervorragende
Felsen des "Pinnerkreuz", den man mit einer Sesselbahn
ohne Mühe bezwingen kann. Der nächste Blick trifft
das wildromantische Enderttal bis hin zur Ruine der Winneburg,
die seit Jahrhunderten auf einer spitzen Bergkuppe thront.
Weiter
links und wieder ganz nah: der Nachbarberg »Tummelchen«
mit dem alten »Zuckertürmchen«, das zur Bewachung
der Stadtgrenze diente und auf den Resten der historischen
Stadtmauer steht, welche noch bis hin zur Kuppe des »Tummelchen«
erhalten ist.
Gerne
lässt sich der Betrachter gedanklich in das Mittelalter
entführen und somit aus dem Alltag heraustragen - es
fällt nicht schwer, eine Antwort auf die Frage zu finden,
warum die Menschen schon damals diesen herrlichen Fleck als
ihr Domizil wählten. Wenn man als Besucher einmal den
steilen Weg zur Reichsburg bewältigt hat, so darf man
sich eine Besichtigung derselben auf gar keinen Fall entgehen
lassen. Führungen, bei denen dieses historische Gemäuer
fachkundig erklärt wird, finden (von März bis November)
täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr statt.
In
der Burgkapelle kann man auch heiraten. Auskünfte bei
der Burgverwaltung und beim Standesamt der Stadtverwaltung.
Die Burg ist nicht nur äußerlich gut erhalten,
sondern auch in ihrem Innern mit sehenswerten Kostbarkeiten
ausgestattet. Näheres über ihre abwechslungsreiche
Geschichte im Laufe der Jahrhunderte erfährt man natürlich
beim Rundgang, der für alle ein Erlebnis bleiben wird.
Größere
Reisegruppen sollten sich jedoch vorher anmelden und unbedingt
von dem attraktiven und einmaligen Angebot Gebrauch machen,
das die Burgverwaltung bietet:
Die
Besichtigung beginnt mit einem Empfang in der Burgkapelle.
Dann folgt die Führung durch das Bauwerk, anschließend
erlebt man einen Ritterschmaus im historischen Keller.Der
Burgherr kredenzt als Willkommenstrunk Moselwein im Steinbecher
und gibt eine Einführung in mittelalterliche Tischsitten
und Gebräuche. Knechte reichen den Gästen Wasser
zum Händewaschen, damit die Speisen appetitlich mit den
Fingern genommen werden können. Brot und Schmalz werden
angeboten, und im Kessel dampft ein würziger, heißer
Fleischsud. Beim Hauptgang schließlich gilt es, 900
g schweren Putenkeulen den genüsslichen Kampf anzusagen.
Käse und Trauben beenden als krönenden Abschluss
den Ritterschmaus.
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kurz
vorgestellt...
Im romantischsten Teil des Moseltals, an einer Flussschleife
zwischen den Wanderparadiesen Eifel und Hunsrück, liegt
das alte, romantische Städtchen Cochem. Schwärmerische
Loblieder auf diese Landschaft haben schon die alten Römer
gesungen. Es hat sich seitdem zwar einiges verändert, der
Reiz ist aber auch heute noch der gleiche, wenn nicht gar größer,
denn die vergangenen Jahrhunderte, vor allem das Mittelalter,
haben viele Spuren hinterlassen. |
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Die
herrliche Reichsburg ist durch ihre Größe und ihre
Lage auf einem schroffen Felsen hoch über der Stadt beherrschend
für das Stadtbild. Mit ihren vielen zierlichen Spitztürmchen,
Zinnen und Erkern wirkt sie fast märchenhaft, zumal sie
eine der wenigen Burgen Deutschlands ist, die nach ihrer Zerstörung
wieder aufgebaut wurden und heute ihr historisches Gesicht
zeigen.
Genauso
beeindruckend ist auch der Blick, den man von der Burg aus
auf das Moseltal mit seinen verträumten Mischwäldern,
Wiesen und Rebhängen sowie die Altstadt hat. Die Stadt
Cochem selbst ist eine Sehenswürdigkeit, sei es wegen
ihrer engen, winkligen Gassen, der liebevoll restaurierten
Fachwerkhäuser mit den typischen Schieferdächern,
des historischen Marktplatzes oder der alten Tore, Kirchen
und Mauern. Die Cochemer Winzer und Gastronomen nehmen sich
gerne Zeit, Ihnen die Vielfalt ihrer guten Rieslingweine vorzustellen.Bei
einem Spaziergang entlang der blumengeschmückten Moselpromenade,
an der viele Bänke zur beschaulichen Pause einladen,
kann man ein weiteres Gesicht der Stadt genießen.
Eine
herrliche Perspektive bietet sich auch bei einer Fahrt auf
einem der Moselschiffe, sei es tagsüber oder bei Musik
und Tanz am Abend, wenn sich die Lichter von Burg und Stadt
im Wasser spiegeln. Für Entspannung und Freizeitspaß
sorgt weiterhin das einzige Hallenwellenbad an der Mosel.
Landschaftlich herrlich zwischen Wiesen und Weinbergen gelegen,
bietet es, vom Wetter völlig unabhängig, allen Komfort
eines modernen Freizeitbades.
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Die
Stadt Cochem ist Zentrum eines Landschaftsraumes mit
hervorragender Eignung für den Fremdenverkehr und die Naherholung
und vom Land anerkannter Schwerpunkt der weiteren Fremdenverkehrsentwicklung
und Fremdenverkehrsförderung. In Hotels, Pensionen, Gaststätten,
Ferienwohnungen und Privatzimmern werden über 3.300 Betten
bereitgehalten. Die Statistik weist jährlich 350.000 registrierte
Übernachtungen aus. |
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Hiervon
entfallen 150.000 auf ausländische Gäste. Hinzu
kommen noch weitere Übernachtungsmöglichkeiten auf
drei großen Campingplätzen.Eingebettet in romantische
Moselschleifen und überragt von der märchenhaften
Reichsburg, birgt das Ferienland Cochem eine große Palette
von Urlaubsmöglichkeiten.
Zu
den vielfältigen Freizeiteinrichtungen gehören:
Sesselbahn, Freizeitzentrum mit Hallen-Wellenbad, Kinderland,
beheiztes Freibad, Golfplatz, Wild- und Freizeitpark, Minigolf,
Tennisplätze, Kegelbahn, Fahrradverleih, Yachthafen etc.
Die Mosel gilt als Paradies für Wassersportler und Angler.
Ein herrliches Wanderwegenetz erschließt Wälder
und Weinberge. Kellereibesichtigungen, Weinseminare und Weinproben
zeugen überall von den berühmten Lagen des Cochemer
Landes. Neben den traditionellen Weinfesten finden regelmäßig
üppige "Rittergelage" im mittelalterlichen
Stil statt.
Burgführungen,
historische Stadtführungen und Fahrten mit dem "Mosel-Wein-Express"
runden das Programm ab.
Abends locken Tanz, Unterhaltung und moselländische Geselligkeit.
Rund ums Jahr ist im Ferienland Cochem etwas los. Der Veranstaltungsreigen
beginnt mit dem Ostermarkt zwei Wochen vor Ostern. Nicht nur
Ostereier sind dort zu bewundern. Weiter geht es mit der Mosel-Wein-Woche
Mitte Juni. Über 300 Weine sind an 12 Weinständen
auf dem Endertplatz zu probieren.Am ersten Wochenende im August
lädt die Reichsburg "... alle schönen Damen
und edle Herren, Bürger und Bauern, Kinder und Greise,
arme Tagelöhner und reiche Pfeffersäcke" zum
Burgfest ein. Höhepunkt der Festivitäten ist das
alljährlich am letzten August-Wochenende stattfindende
Heimat- und Weinfest mit dem Brillantfeuerwerk, der Reichsburg
Cochem in Flammen. Beim Federweißenfest Anfang November
kann der neue, junge Wein probiert werden. Der gemütliche
Weihnachtsmarkt zaubert mit der romantischen Reichsburg im
Hintergrund Weihnachtsstimmung. Er beendet den jährlichen
Reigen der Veranstaltungen.
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Ein
attraktives Freizeitzentrum lädt ein
Ein
unbedingtes Muss für jeden Gast ist ein Besuch im Moselbad.
Dieses großes Freizeitzentrum mit seiner riesigen Angebots-Palette
steht in Cochem ganzjährig zur Verfügung. Die phantastische
Wasserlandschaft, eine Super-Sauna-Anlage, Tennisplätze,
Minigolf und ein gepflegter Campingplatz bieten sich an zum
Verweilen, zum Erholen und um Lebensfreude zu tanken.
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Eine
einzigartige Einrichtung, welche ihresgleichen sucht, ist
auch das neu errichtete Kinderland. Eine stichwortartige Aufzählung
der vielen Leistungen im Moselbad: Es gibt eine Vielzahl von
Becken zum Schwimmen und für den Wasserspaß. Die
Wassertiefen sind für Schwimmer, Nichtschwimmer und sogar
für Babys ausgelegt. Angenehme, unterschiedlichen Wasser-
und Lufttemperaturen. Meeres-Brandungswellen, zwei Riesenrutschen
und eine Breitrutsche für die ganze Familie. Großer
Wasserpilz, Wasserfälle und Wasserspeier, Gegenstromanlage,
großer Kids-River als Strömungskanal. Whirlpool,
Bodensprudler, 25 Massagedüsen, kostenlose Solar-Liegewiese,
hochwertige Einzelsolarien, Raus-Schwimmbecken, 1-, 3- und
5-m-Sprungturm. Bikini-Bar in der Schwimmhalle und im Kinderland,
erstklassige Betreuung im ganzen Badbereich. Für Mütter
und Väter mit Kindern eine richtige "Urlaubsinsel".
3 Saunen und 3 Ruheräume, großer Freiluftraum mit
Bachlauf und eine Sauna-Bar, die zur Kommunikation einlädt.
Außerdem findet der Gast im Kinderland neben den vielen
Wasserspiel- und -Spaßelementen auch einen Babyruheraum
mit 4 Bettchen und Wickelraum. Hier können sich die Kleinen
vom Planschen erholen.
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Die
erste Nachricht von Cochem, dessen Geschichte in keltischer,
römischer und frühmittelalterlicher Zeit sich im
Dunkeln verliert, gibt eine Urkunde der Abtei Prüm vom
20. XII. 866. Die edle Matrone Hieldilda schenkt darin dem
Kloster eine Reihe von Gütern, darunter ein Herrenhaus
"in villa cuchema". Hier auf der festen Burg halten
die rheinischen Pfalzgrafen, die Ezzonen, bis 1151 Hof.
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Einer
von ihnen, Ehrenfried, der Schwager Kaiser Ottos, ist wohl
auch ihr Erbauer. Seine Tochter Richeza heiratete den Polenkönig
Miseco, kehrte aber nach dessen Tod, von den Polen vertrieben,
an die Mosel zurück. Eine wenig rühmliche Rolle
spielte Pfalzgraf Hermann von Salm und Luxemburg, der im Investiturstreit
als Gegenkönig gegen Kaiser Heinrich IV. aufgestellt
wurde. Er unterlag 1085 dem Kaiser, zog dann abenteuernd moselauf-
und abwärts, bis er 1088 vor seiner eigenen Burg Cochem
fiel. Große Achtung scheint er nicht gefunden zu haben,
wie sein Spitzname "Knoblauchkönig" zeigt.
Den Streitigkeiten der Rheinecker und Stahlecker vom Rhein
um die Pfalzgrafenwürde setzte der Hohenstaufer Konrad
III. 1151 ein Ende, als er von Boppard kommend die Burg Cochem
überrumpelte und als Reichslehen einzog.
Bis
1294 war Cochem nun Reichsgut und königliche Zollstätte.
Auf der Burg geboten Burggrafen, die gelegentlich wohl auch
zu Raubrittern wurden. 1282 musste Rudolf von Habsburg jedenfalls
die Burg belagern und Burggraf Cuno wegen seiner Überfälle
zur Rechenschaft ziehen.
Im
"Burgfrieden" unterhalb der Burg und auch in der
"Herrenstraße" wohnten die Unterministerialen,
meist adlige Burgmannen, die dem Burggrafen verpflichtet waren,
jedoch Freiheit von allen städtischen Lasten und Fronden
genossen. Das "Cochemer Reich", ein weites Gebiet,
das außer den späteren Ämtern Cochem, Kaisersesch
und Mayen, das "Cröver Reich", Springiersbach
und Kondelwald umfasste, schob sich wie eine Barriere zwischen
die beiden Teile des Erzbistums Trier, das Nieder- und Oberstift.
Dem
Streben der Trierer Erzbischöfe nach Arrondierung ihres
Gebietes kam 1294 König Adolf von Nassau in seiner Geldnot
entgegen, indem er Erzbischof Boemund I. Cochem verpfändete.
Dieses Pfand wurde nie wieder eingelöst und Cochem gehörte
bis 1794 zum Kurtrierischen Territorium. Damit begann für
Burg, Stadt und das neueingerichtete Amt Cochem eine glückliche
Zeit. "Unter dem Krummstab lässt's sich gut leben",
hieß es nicht ohne Grund.
Erzbischof
Balduin (1307 bis 1354), der Bruder Kaiser Heinrich VII. von
Luxemburg, baut die Burg weiter aus. Der Moselweg wird erweitert,
die Feste Kemplon errichtet. Cochem erhält 1332 Stadtrechte
und wird befestigt. Vornehme Geschlechter, wie die von Dietz
an der Lahn, von Ulmen, Bürresheim, Arras und Monreal
sind stolz darauf, zur Burgschaft zu zählen. Die Winnenburger,
deren Feste im Endertal schon seit 1200 besteht, und später
die Metternicher üben auf dem Markt zu Cochem stadtherrlich
das Samstagsgericht. Die Herren des Kurstaates sind oft und
gerne hier zu Gast. Erzbischof Richard von Greifenklau zieht
1512 mit seinem Gast, Kaiser Maximilian I., in feierlicher
Prozession zur Stadt und zur Martinskirche.
Aber
auch von Unglückszeiten bleibt Cochem nicht verschont.
An die Pestjahre 1423 bis 1425 erinnert heute noch das Peterskapellchen
unterhalb der Burg. Verwüstungen und Räuberbanden,
wie die im Simplizissimus erwähnte Moselbande, hinterlassen
während des 30jährigen Krieges ihre Spuren.
Das
Allerschlimmste aber brachten die Jahre 1688 und 1689. Vauban,
der Festungsbaumeister Ludwigs des XIV. hatte 1687 die Zwingfeste
Montroyal bei Traben-Trarbach erbaut. Von hier drangsalierten
die Franzosen "vi et metu" mit Gewalt und Schrecken
das Moseltal. Immer wieder reisen Schöffen und Stadtschreiber
nach Montroyal, um Milderung zu erwirken.
Im
Mai 1689 wird Schloss Winneburg, "ahn den Himmel gehänkt
und jämmerlich verbrannt, ein Spectacul grausam in der
Nacht anzusehen", zwei Tage später Schloss Cochem
von dem gleichen Königsleutnant du Saxis "bei hellem
Sonnenschein dem Vulcano geopfert". Als Kaiserliche Kurtrierer
die Stadt wieder besetzt haben, entschließen sich die
Franzosen zum Gegenangriff. Am 25. August 1689 nehmen sie
die Stadt im Sturm, machen die schwache Besatzung und einen
großen Teil der Bevölkerung nieder und stecken
die Stadt und das Kapuzinerkloster, die letzte Zuflucht der
Verteidiger, in Brand. Die Stadt ist verarmt und verödet.
Nur langsam beginnt der Wiederaufbau, zum Teil aus dem Material
der geschleiften Festung Montroyal. Erst 1733 wird der Turm
der Pfarrkirche vollendet.
Im
Laufe des 18. Jahrhunderts wird Cochem immer mehr zu einem
Zentrum des Handwerks und Handels. Mit Waren und Reisenden
voll beladen geht das Marktschiff jede Woche nach Koblenz.
Zur Frankfurter Messe rüsten die Cochemer ein Schiff
und verkaufen Ellen- und Spezereiwaren, Eisengeräte,
Getreide, Holz und Lohe, festes und feines Cochemer Tuch.
Groß ist die Zahl der Gasthöfe, deren Schilder
nachbarlich von Giebel zu Giebel grüßen, der Bär
den Ochsen, der Schwan den Löwen, der hl. Geist die Sonne.
Der Doppeladler, der Deutsche Kaiser, der Römische König
und der Kölnische Hof sind, meist am Moselufer gelegen,
vornehme Absteigequartiere für die Herren. Ein Reiseschriftsteller
wundert sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts darüber,
dass Cochem "ebenso viele Wein- und Bierschenken"
hat "als Breslau, die zweite Stadt im preußischen
Staate, mit mehr als 90.000 Einwohnern". 1796 besetzen
die französischen Revolutionstruppen Cochem, das schließlich
ebenso wie das gesamte Rheinland zu Frankreich kommt. Truppendurchmärsche,
Kontributionen und Einquartierungen rufen Teuerung und Not
hervor. So erklärt sich das Räuberbandenunwesen.
Die Felzerbande unter dem Cochemer Nicolay, der Schinderhannes,
Tuchhannes und Grundbirn-Klos streifen im Moseltal, in der
Eifel und vor allem auf dem Hunsrück umher.
Durch
die Vereinbarungen des Wiener Kongresses fällt Cochem
1815 an das Königreich Preußen und wird 1816 Verwaltungssitz
des neugeschaffenen Kreises. Die tollen Jahre 1848 bis 1849
erzeugten ein lustiges Cochemer Demokratentum. Große
Reden wurden hier in der "Sonne" und "Auf dem
Zollhaus" (heute Hotel Union) gehalten. Noch heute singen
die Cochemer beim Karneval "Dat wor dat Johr, wo et janz
Johr Fassenacht wor".
Die
1689 zerstörte Reichsburg wurde von 1869 bis 1877 durch
den Berliner Geheimen Commerzienrat Louis Ravené nach
alten Plänen aus dem Jahre 1576 wieder aufgebaut und
ging 1942 in staatliches Eigentum über. Die Beendigung
ihres Wiederaufbaues fiel mit der Einweihung des Kaiser-Wilhelm-
Tunnels zusammen, der die Moselstrecke des "Cochemer
Krampens" von 21 km auf 4,2 km verkürzt und bis
1987 der längste Eisenbahntunnel in der Bundesrepublik
war.
Seit
dem 1. April 1978 ist die Reichsburg Eigentum der Stadt Cochem.
Die beiden Fischerorte Cond und Sehl hatten eine eigene Entwicklung,
wobei Cond lange Zeit zum Territorium der Reichsabtei Stablo-Malmedy
gehörte. Erst nach der Errichtung der Moselbrücke
in Cochem im Jahre 1927 wurden beide Orte im Zuge einer Verwaltungsreform
1932 eingemeindet.
Die
Stationierung eines Jagdbombergeschwaders in der Nähe
von Cochem führte 1956 zum Ausbau des Ortsteiles Cochem-
Brauheck.
Die ersten echten Touristen kamen zu Beginn des 19. Jahrhunderts
- voll romantischer Begeisterung - an die Mosel. Vor allem
englische Maler, welche die Schönheiten des Moseltales
zeichnerisch und malerisch darstellten, waren die Schrittmacher.
Die Entwicklung Cochems zum ersten und führenden Fremdenverkehrsort
an der Mosel setzte dann in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts
ein.
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Auf
dem Burgberg mitten in der Stadt thront majestätisch
die Reichsburg Cochem. Sie wurde um 1000 erbaut, 1689 zerstört
und 1874 bis 1877 wiedererrichtet. Selbstverständlich
und ohne Konkurrenz weitum ist sie nicht nur die wichtigste
und attraktivste Sehenswürdigkeit der Stadt Cochem, sondern
der gesamten Gegend.
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Aber
natürlich gibt es in unserem mittelalterlichen Städtchen
noch viel mehr zu sehen und zu entdecken. Nur wenige ausgewählte
Beispiele seien hier genannt: Die vielen gut erhaltenen Reste
der historischen Stadtmauer mit ihren alten Befestigungswerke
wie dem Enderttor-Turm mit Torwächterwohnung aus dem
Jahre 1332, dem Wehrturm mit Balduinstor an der Kirchhofsmauer-Obergasse,
dem Burgfrieden-Tor mit Wehrgang. Eine Zierde für die
Stadt sind auch das 1739 im Barockstil erbaute Rathaus, der
Marktplatz mit Martinsbrunnen und die alten, mit Moselschiefer
gedeckten Fachwerk-Giebelhäuser in den engen bergigen
Gassen.
Vom
Marktplatz aus führen alte, winkelige Steintreppen hinauf
zum Klosterberg. Das auf einem Bergvorsprung liegende, um
1630 erbaute Kapuzinerkloster war bis 1802 Kloster und ist
jetzt das Kulturzentrum der Stadt. Für den Aufstieg zur
Reichsburg nimmt man am besten den Weg über das »Tummelchen«
mit seinem alten »Zuckertürmchen«, das zur
Bewachung der Stadtgrenze diente und auf den Resten der historischen
Stadtmauer steht, welche noch bis hin zur Kuppe des »Tummelchen«
erhalten ist.
Sehenswert
ist auch die im Enderttal auf einem Bergrücken gelegene
Ruine der um 1240 erbauten Winneburg. Als Ausflugsziele zu
empfehlen sind die nahegelegene Burg Eltz, eine Moselschifffahrt
nach Beilstein (mit Schleusendurchfahrt), die Vulkanlandschaft
der Eifel, die älteste und bekannteste Autorennstrecke
der Welt, der Nürburgring, die Stadt Koblenz am Zusammenfluss
von Rhein und Mosel und natürlich die Römerstadt
Trier, die älteste Stadt Deutschlands.
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